Der SK-Prozess

Viele Elemente sind nicht nur rein SK-spezifisch, sondern tauchen auch in anderen Zusammenhängen auf. Kern der Methode ist die Bewertung, diese ist spezifisch. Dennoch beschreiben wir hier einen gesamten Prozess.

Die Vorbereitung auf die Lösungsfindung erfolgt durch die Frage: "Was sind eure Wünsche an eine gute Lösung?"

In zweiten Schritt werden Vorschläge gesammelt. Dabei ist es unerheblich, ob die Vorschläge sich überschneiden, einander ähnlich sind, Gesamt- oder nur Teillösungen abdecken, etc. Die diesbezügliche Flexibilität ist eine der großen Stärken des Systemischen Konsensierens.

Nun werden die Vorschläge bewertet. Dazu haben die Beteiligten kleine Fächer mit den zahlen von Null bis 10. Die Moderatorin bittet um die Widerstandswerte für den ersten Vorschlag. Null bedeutet "Ich akzeptiere diesen Vorschlag", 3: "ich habe leichte Einwände", und so weiter bis 10: "Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen."

Der Vorschlag mit den geringsten Widerstandswerten hat die höchste Akzeptanz. Man kann diesen Vorschlag je nachdem bereits als entschieden betrachten, oder auch die eigentliche Entscheidung dann in anderer Wese treffen

Das ist der Basis-Prozess. Er ist in vielfältiger Weise variierbar. In größeren Gruppen (ab ca. 15 Personen) kann auf die Feinskala verzichtet und die Abstimmung durch Handheben gemacht werden, aber Vorsicht: Es funktioniert umgekehrt zur Gewohnheit: Null Hände oben bedeutet: "Ich akzeptiere", eine Hand: "Nicht mein Traumvorschlag, aber ich kann damit leben", und beide Hände oben entspricht dem absoluten Widerstand.

Für Kinder gibt es Kärtchen in einer 5-er-Skala mit Sonne, Wolken und Gewitter. Selbst Vorschulkinder haben diese Entscheidungsmethode ganz leicht verstanden.

Auch für komplexere Situationen gibt es entsprechende Lösungen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass entgegenkommende Vorschläge meistens erfolgreicher sind. Nicht sinnvoll eingesetzt ist das Systemische Konsensieren bei reinen Ja-Nein-Lösungen ("Wollt ihr in den Wald gehen oder nicht?"). Solche Fragen sind zu wenig offen. Das Potenzial des SK wird damit nicht ausgeschöpft. Wir kombinieren das Systemische Konsensieren in solchen Fragestellungen mit dem Tetralemma (nach SYSt).