zimd - Zentrum für Interaktion, Medien und soziale Diversität
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Zentrum für Interaktion, Medien & soziale Diversität

 
 

Module

 

Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit in den Burschentrainings sind Übungen und Spiele, mit denen die Burschen ihre Identität erproben, sich ihrer Herkunft stellen und lernen Konflikte konstruktiv zu lösen. Die Burschen können in den Trainings im geschützten Raum Stärken und Schwächen, Bedrohungen und Potentiale erfahren und reflektieren. Sie lernen männlich, rücksichtsvoll und trotzdem selbstbewusst zu leben, und mit Unterschieden konstruktiv umzugehen. Jenseits von Macho- oder Softie-Klischees lernen sie friedliche Mittel der Selbstbehauptung.

„Väterkonferenzen, Risikoläufe, Sitzkreise oder geheimisvolle Burgen, die nur mit Empathie einzunehmen sind, schaffen oft überraschend Ruhe, Konzentration und interessante Diskurse. Die Burschen bewerten mit gelben und roten Karten die Schimpwörterzeitungen und erkennen dadurch die Grenzen von Unterhaltung und Humor, und die Mechanismen von Kränkungen und destruktiven Gewaltspiralen.“ (einer der Trainer)

Die Burschentrainings bestehen derzeit aus folgenden Modulen:

  • Basismodul "Männliche Identitätsfindung"
  • Basismodul "Friedliche Konfliktlösung und Selbstbehauptung"
  • Aufbaumodul "Berufsorientierung für Burschen unter Berücksichtigung interkultureller Chancen und Herausforderungen"

Die Grenzen zwischen den Modulen sind in der Praxis fließend. Insbesondere müssen für die  Arbeit an der Seele zunächst gruppeninterne Konflikte aufgelöst und Vertrauen erarbeitet werden. Auch männliche Identitätsfindung und Berufsorientierung hängen stark zusammen. Kulturelle Unterschiede ziehen sich als Querschnittmaterie gleichermaßen durch alle Module.

Beratungen in den Schulen

Parallel zu den Workshops werden je zwei Beratungsgespräche mit den LehrerInnen vor und nach dem Burschentraining durchgeführt. Die Beratung findet vorzugsweise vor Ort statt und wird oft durch einen Informationsaustausch per Telefon oder Internet ergänzt.

Im ersten Beratungsgespräch wird das derzeitige Gendersystem analysiert, der spezifische Ergänzungsbedarf festgestellt und reflektiert, sowie die Zielsetzung der Burschenarbeit geklärt. Auf Basis des ersten Beratungsgesprächs wird das Detailkonzept für die Workshops erstellt.

Das zweite Gespräch dient einerseits der Reflexion weiterführender Maßnahmen innerhalb der Schule zur Erhöhung der Nachhaltigkeit, und andererseits der Evaluation des Workshop-Erfolgs.

Basismodul "Männliche Identitätsfindung"

Nach einer kurzen Vorstellung und der Klärung der Erwartungen und Befürchtungen der Burschen werden gemeinsame Spielregeln festgelegt. Methodisch werden dabei interaktive Gruppenspiele und Gruppenarbeitsmethoden eingesetzt. Ein Theoriequiz zum männlichen Selbst-/Fremdbild mit Fakten und Theorien zur Lage der Burschen wird durch Einzelarbeiten und Kleingruppenvergleich ergänzt. Abschließend wird mit einem Gruppenspiel vertieft, zusammengefasst, Feedback eingeholt und reflektiert.

Basismodul "Friedliche Konfliktlösung und Selbstbehauptung"

Nach der Themenvorstellung und einem Warm Up werden in einer Abholrunde die aktuellen Anliegen der Burschen erhoben. Ein kurzer Theorie/Info-Input über Mythen und Wahrheiten zu Gewalt, Konflikt Gender und Sexualität folgt. Dann finden Einzelarbeiten und Gruppenvergleiche mit Interaktionsspielen statt. Anschließend folgt ein Spielmodul, in dem Lösungen für aktuelle Anliegen vom Verbaljudo bis zur klugen Flucht oder Notwehr behandelt werden. Danach wird wieder vertieft, zusammengefasst, Feedback eingeholt und reflektiert.

Aufbaumodul 2 "Berufsorientierung für Burschen unter besonderer Berücksichtigung interkultureller Chancen und Herausforderungen"

Nach der Einführung ins Thema und einem themenzentrierten Warm Up aus dem Repertoire des Interkulturellen Lernens und des Diversity Managements werden in einer Abholrunde die Anliegen zu den Berufsvorstellungen der Burschen erhoben. Ein kurzer Theorie/Info-Input über Mythen und Wahrheiten zur Berufswelt für Männer folgt. Die Burschen finden dann durch Einzelarbeiten, Gruppenvergleiche und Interaktionsspiele ihre eigene Position für den Einstieg in eine sinnvolle Berufslaufbahn. Anschließend folgt ein Übungs- bzw. Spielblock. in dem individuelle Lebens- Berufswege bearbeitet werden. Danach wird wieder vertieft, zusammengefasst, Feedback eingeholt und reflektiert.

Die Trainings sind altersmäßig für die 5.-7. und 8.-10. Jahrgangsstufe angepasst.

  • Für die 10 bis 13jährigen werden eher allgemein erforschende und inhaltlich vermittelnde Angebote eingebracht.
  • Die älteren Burschen erhalten noch konkretere Angebote zur Lebensplanung und praktische Entscheidungshilfen für die verantwortliche und bewusstere Orientierung und Steuerung ihrer Berufslaufbahn als Mann.